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Die Top 10 IT-Trends 2023: künstliche Intelligenz, Edge-Computing & IoT als Wachstumstreiber

Die Digitalisierung verändert alle Bereiche unseres Lebens: Was vor 10 Jahren noch undenkbar war, ist heute Realität. Wie wird es weitergehen? 10 IT-Trends, die uns im Jahr 2023 beschäftigen werden, haben wir im Beitrag näher betrachtet.

Nach einem großen Digitalisierungs-Boost durch die COVID-19-Pandemie ist der Fortschritt im Jahr 2022 etwas stagniert: Der Digitalisierungsindex in der deutschen Wirtschaft ist lediglich von 107,9 auf 108,9 Punkte angestiegen.

Digitalisierungsindex

Der Digitalisierungsindex setzt sich aus unternehmensinternen und unternehmensexternen Faktoren zusammen und berücksichtigt 37 Indikatoren aus fünf unterschiedlichen Kategorien. Die internen Aspekte betrachten die eigenen Aktivitäten eines Unternehmens. Dazu zählen Prozesse, Produkte, Geschäftsmodelle, Qualifizierung und Forschungs- sowie Innovationsvorhaben. Die externen Indikatoren berücksichtigen das Umfeld einer Organisation wie die technische Infrastruktur, administrativ-rechtliche Rahmenbedingungen, Gesellschaft, Humankapital sowie die Innovationslandschaft. Ziel ist es, auf Basis dieser Faktoren konkrete Handlungsempfehlungen abzuleiten, um langfristig optimale Voraussetzung für die Digitalisierung in der deutschen Wirtschaft zu schaffen.

Betrachtet man die verschiedenen Branchen, ist die Informations- und Kommunikationstechnik klarer Vorreiter in Sachen Digitalisierung. Danach folgt die Automobilindustrie mit dem Fahrzeugbau, unternehmensnahe Dienstleister sowie die Elektrotechnik und der Maschinenbau. Den größten Fortschritt im letzten Jahr wurde im „Sonstigen produzierenden Gewerbe“ verzeichnet. Dazu gehört die Energie- und Wasserversorgung, die Abwasser- und Abfallentsorgung sowie das Baugewerbe. Dennoch gibt es in diesem Bereich in der Gesamtperspektive den meisten Aufholbedarf.

Digitalisierung für die Zukunft

Doch warum spielt die Digitalisierung eine so bedeutende Rolle für Unternehmen? Viele Organisationen stehen derzeit vor einer Reihe an unterschiedlichen Herausforderungen: Die Inflation betrifft die gesamte Gesellschaft, die Auswirkungen der Energiekrise auf Lieferketten und Preise sind deutlich spürbar, Fachkräfte sind in vielen Bereichen knapp, der Druck zum Klimaschutz und nachhaltigem Wirtschaften wird immer größer. Konkret bedeutet das für Unternehmen, Kosten zu sparen, Wachstum zu steigern, Gewinnspannen zu verbessern, neue Geschäftsmodelle zu finden, oder Innovationen zu fördern. Die Digitalisierung und der technologische Fortschritt können hier maßgeblich zum Unternehmenserfolg und der Wettbewerbsfähigkeit beitragen. Verschiedene IT-Trends und Entwicklungen stehen dabei besonders im Fokus.

Die Top 10 IT-Trends in diesem Jahr

  1. Künstliche Intelligenz und Machine Learning
    Künstliche Intelligenz verfolgt das Ziel, dass ein Computer intelligentes, menschliches Verhalten nachahmen kann, und ist ein Teilgebiet der Informatik. Als Grundlage für die Entwicklung einer künstlichen Intelligenz wird oftmals Machine Learning benannt. Beim maschinellen Lernen wird versucht, Wissen aus Erfahrung mithilfe von Algorithmen zu generieren, um damit beispielsweise Modelle zu entwickeln. Diese können im Anschluss auf unbekannte Datensätze angewandt werden, um Prognosen, Handlungs- oder Entscheidungsanweisungen zu konstruieren.

    In den letzten Wochen hat vor allem die neue KI ChatGPT den Markt rund um künstliche Intelligenz wachgerüttelt. Kurz darauf hat Google seinen ChatBot „Bard“ sowie KI-Funktionen in der Google-Suche und neue API-Schnittstellen zur Entwicklung neuer KI-Anwendungen angekündigt. Auch unsere Arbeitswelt und die Wirtschaft könnten durch künstliche Intelligenz revolutioniert werden: Während derzeit noch viele Menschen fürchten, der eigene Job könnte überflüssig werden, betrachten IT-Experten wie Bill Gates die Entwicklungen als Chance, um die Effizienz in verschiedenen Berufsgruppen zu steigern.

  2. Low-Code-Entwicklung für Anwender
    Mithilfe von Low-Code-Plattformen lässt sich die Entwicklung von Software und Apps vereinfachen und oftmals schneller und kostengünstiger bewältigen. Low-Code-Plattformen bieten Modulbaukästen aus visuellen Applikationsmöglichkeiten und grafische Templates anstelle der klassischen text-basierten Programmierung. Die Module sind in der Regel weit ausgereift aber weniger flexibel und basieren oftmals auf beliebten Drag-and-Drop Funktionen, Workflows oder Datenmodellen. Durch diese Vereinfachung können auch die Anwender selbst die Entwicklung der Applikationen übernehmen.

  3. Von Augmented Reality und Virtual Reality bis Metaverse
    Augmented (AR) und Virtual Reality (VR) Technologien brechen die Grenzen zwischen der physischen und digitalen Welt auf. Während AR die physische Welt mithilfe von Smartphones oder Computern um digitale Elemente erweitert, generiert VR eine vollständig digitale Umgebung durch VR-Brillen oder Headsets. Die Technologien von AR, VR und dem Metaverse bieten Unternehmen neue Möglichkeiten, ihre Produkte und Dienstleistungen zu präsentieren und mit ihren Kunden zu interagieren. Sie können beispielsweise AR nutzen, um virtuelle Produktpräsentationen durchzuführen oder VR, um Kunden auf immersiven Reisen zu ihren Produkten oder Dienstleistungen mitzunehmen.

    Noch einen Schritt weiter geht das Metaverse: Dieses wird als eine virtuelle Welt beschrieben, die eine nahtlose Integration von physischen und digitalen Erfahrungen bietet. Die Benutzer können in dieser Welt interagieren, Geschäfte tätigen, Spiele spielen, soziale Netzwerke aufbauen und vieles mehr.

  4. Automatisierung und Robotik
    Das Streben nach Automatisierung und Effizienz führt auch dazu, dass einfache Arbeitsabläufe und Prozesse mithilfe unterschiedlicher Technologien automatisiert werden können. Neben künstlicher Intelligenz ist auch die Robotik als Teilbereich der Automatisierung ein spannendes Feld mit immensen Möglichkeiten: Hierbei werden Roboter entwickelt, die menschenähnliche Aufgaben ausführen und damit die Arbeitskräfte ergänzen oder sogar gänzlich ersetzen. Dieser Fortschritt ermöglicht es Unternehmen, Prozesse effizienter zu gestalten, Kosten zu senken oder auch die Qualität der eigenen Produkte zu verbessern. Vor allem für Branchen wie die Fertigung, Logistik, das Bauwesen oder den Einzelhandel sind sie von großer Bedeutung, doch auch im Gesundheitswesen werden immer neue Ansätze entwickelt.

  5. Blockchain und dezentrale Applikationen
    Blockchain ist eine Technologie, die auf einer verteilten Datenbank basiert und die Daten sowie Code auf unterschiedlichen Servern speichert. Dies ermöglicht, Transaktionen sicher und transparent abzuwickeln. Sie basiert auf einem sogenannten Kontobuch oder Ledger, welches die Prozesse und Verfolgung der Transaktionen von Assets ermöglicht. Dieses Asset kann sowohl materiell als auch immateriell sein. Eine dezentrale Applikation (DApp) nutzt unter anderem auch die Blockchain-Technologie, um Daten und Anwendungen auf einem verteilten Netzwerk von Computern zu speichern, anstatt auf einem zentralisierten Server. Dadurch wird das Risiko von Datenverlust und Betrug reduziert, da jede Transaktion in der Blockchain gespeichert und validiert wird.

    DApps können in verschiedenen Anwendungsbereichen eingesetzt werden, wie zum Beispiel in der Finanz- und Versicherungsbranche, im Gesundheitswesen oder in der Logistik. Ein Beispiel für eine erfolgreiche dezentrale Anwendung ist die Kryptowährung Bitcoin, die auf der Blockchain-Technologie basiert.

    Dezentrale Anwendungen und Blockchain-Technologie könnten in der Zukunft zu einem wichtigen Bestandteil der digitalen Infrastruktur werden und die Art und Weise, wie wir Daten und Transaktionen verwalten, verändern.

  6. Edge-Computing und Internet der Dinge (IoT)
    Edge Computing und IoT (Internet of Things) sind zwei eng miteinander verbundene Technologien, die auf die Verarbeitung von Daten in der Nähe der Quelle abzielen. Edge Computing ist ein Ansatz, bei dem die Verarbeitung und Analyse von Daten nicht in der Cloud oder in zentralisierten Rechenzentren erfolgt, sondern dezentralisiert direkt am Edge, also an der „Kante“, des Netzwerks. Edge Computing ermöglicht schnellere Reaktionszeiten und reduziert die Latenzzeit, was insbesondere bei Echtzeitdaten wie beispielsweise bei autonomen Fahrzeugen oder auch in der Industrie und Telekommunikation eine entscheidende Rolle spielt. Damit gehören IoT und Edge Computing zu den Schlüsseltechnologien, die die Zukunft des vernetzten Lebens und der vernetzten Industrie prägen werden.

    Das IoT umfasst eine Vielzahl von vernetzten Geräten, die mithilfe von Sensoren, Software oder anderen Technologien Daten sammeln und an zentrale Server senden. Auf diese Weise werden zwischen verschiedenen Objekten Informationen ausgetauscht und eine Kommunikation zwischen Prozessen, Menschen und Objekten ermöglicht. Anwendung findet diese Methodik sowohl im Privaten bei Alltagsgegenständen bis hin zu Industriewerkzeugen. Entscheidend war und ist das Internet of Things für andere Entwicklungen in der IT wie künstliche Intelligenz, Machine Learning oder Cloud Computing Plattformen.

  7. Cloud-Computing und hybride Cloud-Lösungen
    Cloud Computing ist eine Technologie, bei der Daten oder Anwendungen über das Internet bereitgestellt werden. Die Cloud bietet eine skalierbare und flexible Lösung für Unternehmen, um schnell auf die benötigte Rechenleistung zuzugreifen und ihre Anwendungen und Daten zu verwalten. Hybride Cloud-Lösungen sind eine Kombination aus einer Public und einer Private Cloud. Unternehmen können je nach Bedarf entscheiden, welche Anwendungen und Daten sie in der öffentlichen, also in einer Cloud-Infrastruktur, die mit anderen Unternehmen genutzt wird, oder privaten Cloud speichern und verwalten möchten. Diese Art von Lösung bietet mehr Kontrolle und Sicherheit für die sensiblen Daten, die in der privaten Cloud gespeichert sind, während die öffentliche Cloud die Flexibilität und Skalierbarkeit bietet, um den Bedarf an Rechenleistung zu decken. Hybride Cloud-Lösungen bieten Unternehmen damit eine kosteneffektive Möglichkeit, ihre IT-Infrastruktur zu optimieren, indem sie die Vorteile der Cloud-Technologie nutzen und gleichzeitig die Kontrolle über ihre kritischen Daten behalten.

  8. Quantencomputing
    Quantencomputing ist eine Technologie, die auf den Prinzipien der Quantenmechanik basiert und darauf abzielt, besonders komplexe Anforderungen zu lösen, die die Möglichkeiten normaler Computer übersteigen. Im Gegensatz zu herkömmlichen Computern, die auf Bits basieren, die entweder den Zustand 0 oder 1 haben können, nutzen Quantencomputer sogenannte Qubits, die auch jede mögliche Kombination aus 0 und 1 annehmen können. Außerdem verdoppelt sich die Leistungsfähigkeit eines Systems mit jedem Qubit. Einige potenzielle Anwendungsbereiche von Quantencomputing sind die Entwicklung von Medikamenten, die Optimierung von Lieferketten und die Verbesserung der Verschlüsselung von Daten.

    Quantencomputing ist jedoch noch eine relativ junge Technologie, und es gibt noch viele Herausforderungen. Dennoch wurden bereits Fortschritte in der Entwicklung von Quantencomputern verzeichnet. Daher ist zu erwarten, dass diese Technologie auch dieses Jahr weiter an Relevanz gewinnt.

  9. Green Coding und Nachhaltigkeit
    Nachhaltigkeit und Umweltschutz sind wichtige Themen in der heutigen Welt und auch in der IT-Branche gibt es einen wachsenden Trend zu „grünen“ Praktiken. Green Coding ist ein Ansatz, die darauf abzielt, die Umweltbelastung durch die Softwareentwicklung zu reduzieren. Durch die Optimierung des Codes, die Verwendung von effizienteren Algorithmen und die Reduzierung des Energieverbrauchs von IT-Infrastrukturen kann der CO2-Ausstoß reduziert und damit die Nachhaltigkeit gefördert werden.

    Es gibt auch eine wachsende Nachfrage nach umweltfreundlichen IT-Produkten und -Dienstleistungen, wie zum Beispiel energieeffiziente Rechenzentren und klimaneutrale Cloud-Lösungen. Immer mehr Unternehmen setzen sich Ziele für eine nachhaltige IT-Infrastruktur und die Reduzierung ihres CO2-Fußabdrucks. Auch die Verwendung von erneuerbaren Energien wie Solar- und Windenergie zur Stromversorgung von IT-Systemen gewinnt an Bedeutung.

  10. Cyber-Sicherheit und Datenschutz
    Mit der zunehmenden Digitalisierung und Vernetzung werden auch Cyber-Sicherheit und Datenschutz immer wichtiger, denn die Risiken und Bedrohungen werden vielfältiger: Die Zahl von Phishing, Ransomware und andere Cyberangriffen hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Unternehmen müssen daher ihre IT-Infrastruktur und -Prozesse entsprechend absichern und auf dem neuesten Stand halten. Gleichzeitig müssen sie sicherstellen, dass sie die Daten ihrer Kunden und Mitarbeiter angemessen schützen und nur für die vorgesehenen Zwecke nutzen. Ein angemessener Datenschutz stärkt nicht nur das Vertrauen der Kunden, sondern ist auch gesetzlich vorgeschrieben.

    Besonders hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang das „DevSecOps“ Konzept, welches auf agilen DevOps-Methoden basiert und einen Wandel der Herangehensweise bei der Programmierung beschreibt. DevSecOps verfolgt das Ziel, Sicherheitsmaßnahmen und -standards direkt bei der Entwicklung einer neuen Anwendung zu berücksichtigen. Dabei wird zum einen mit interdisziplinären Teams, aber auch mit automatisierten Sicherheitsverfahren gearbeitet.

IT- und Digitalisierung als Wachstumstreiber

Insgesamt zeigen all diese IT-Trends, dass die IT-Infrastruktur und zunehmende Digitalisierung nicht nur neue Chancen für Unternehmen unterschiedlichster Branchen bieten, sondern gleichzeitig auch die Grundlage für den Fortschritt und die Wettbewerbsfähigkeit darstellt. Viele neue Entwicklungen und Trends sind eng miteinander verbunden, bedingen oder beeinflussen sich gegenseitig. Die Vielfalt dieser Entwicklungen gibt nur einen kleinen Einblick in das daraus entstehende Potenzial für Effizienz, Fortschritt und Nachhaltigkeit – nicht nur für Unternehmen, sondern für unsere gesamte Gesellschaft.

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