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Frauen in MINT-Berufen: Warum die Gender-Gap ein Problem ist

Trotz millionenschwerer Förderprogramme und unzähliger Initiativen ist der Anteil von Frauen in MINT-Berufen noch immer erheblich geringer als in anderen Branchen. Insbesondere in der IT sind Frauen noch immer unterrepräsentiert. Doch woran liegt das? Und wieso stellt die Gender-Gap überhaupt ein Problem dar?

Unter dem Slogan „Komm, mach MINT“ verabschiedete das Bundesministerium für Bildung und Forschung bereits im Jahr 2008 den Nationalen Pakt für Frauen in MINT-Berufen. Ziel war die Etablierung eines bundesweiten Netzwerkes, dass Mädchen und junge Frauen für eine Ausbildung oder ein Studium in den Bereichen Mathematik, Information, Naturwissenschaften und Technik begeistert. Auch die Initiative #SheTransformsIT die 2020 zum Digital-Gipfel der Bundesregierung gegründet wurde, will dazu beitragen, dass Mädchen und Frauen die Digitalisierung aktiv mitgestalten.

Neben „Komm, mach MINT“ und „#SheTransformsIT“ gibt es zahlreiche weitere Initiativen, Berufsorientierungsprogramme und Aktionstage, durch die der Frauenanteil in der männlich dominierten MINT-Branche erhöht werden soll.  Doch trotz aller Bemühungen sieht es noch immer recht düster aus: die Anzahl der MINT-Studienanfängerinnen an deutschen Hochschulen ist seit 2019 rückläufig. Und der Anteil erwerbstätiger Frauen in MINT steigt jedes Jahr nur langsam.

Was bedeutet MINT?

MINT steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik. Berufe in diesen Bereichen sind sehr facettenreich und Arbeitnehmer:innen besonders gefragt, denn der Fachkräftemangel ist enorm. Viele Unternehmen suchen händeringend nach Fachinformatiker:innen, Chemielaborant:innen, Softwareentwickler:innen oder Bauingenier:innen und sind bereit, diese auch angemessen zu entlohnen. Kurz: In MINT-Berufen lässt sich in der Regel gutes Geld verdienen.

Dennoch kann der hohe Bedarf an MINT-Fachkräften nicht gedeckt werden. Im April 2022 gab es nach Angaben des MINT-Frühjahrsreport 2022 in den MINT-Berufen rund 499.600 offene Stellen. Gründe dafür sind unter anderem der demographische Wandel, die Energiewende und die damit verbundene Dekarbonisierung sowie die Digitalisierung. Diese gesellschaftlichen Herausforderungen lassen auch die Debatte um Frauen in den MINT-Berufen erneut aufleben.

Darum brauchen wir mehr Frauen in MINT-Berufen

Nerd-Image, Mängel im Bildungssystem, Pandemie, kaum Unterstützung bei der Berufs- und Studienorientierung oder die geringe Sichtbarkeit weiblicher Vorbilder: Gründe für die Gender-Gap in MINT-Berufen gibt es viele.

Durch die strukturellen Effekte von Demografie, Dekarbonisierung und Digitalisierung wird der Bedarf nach MINT-Fachkräften in den nächsten Jahren erneut stark zunehmen. Auch die Pandemie wirkte sich negativ auf Schulabschlüsse aus und verstärkt damit das Problem zusätzlich. Doch nur, wenn der MINT-Nachwuchs gesichert ist, können die Herausforderungen unserer Zeit gemeistert und Innovationen für die Zukunft vorangetrieben werden. Damit dies gelingt, müssen sich mehr Frauen für eine Karriere im MINT-Bereichen entscheiden.

Im Jahr 2021 lag der Anteil erwerbstätiger Frauen in der MINT-Branche laut dem MINT-Bilanzbericht 2022 bei 18,1 %. In der Informatik ist der Anteil noch etwas geringer und liegt bei 17 %. An Universitäten und Fachhochschulen sieht es ein wenig besser aus: Der Anteil der Frauen, die ein naturwissenschaftliches Studium abschließen, liegt jedes Jahr bei etwa 30 %. In MINT-Ausbildungsberufen sind junge Frauen dagegen mit weniger als 10 % vertreten. Allerhöchste Zeit also, eine Karriere in der MINT-Branche auch für Mädchen und junge Frauen attraktiv zu machen.

Mehr Frauen in MINT-Berufen: Diese Ansätze gibt es

Noch wurde bei weitem nicht das gesamte Potential ausgeschöpft. Ein Beispiel: Mit 62 % machen sich junge Frauen deutlich mehr Sorgen um den Klimawandel als junge Männer. In MINT-Berufen können sie aktiv dazu beitragen, die Zukunft durch Innovation nachhaltiger zu gestalten. Hier soll jetzt kommunikativ angesetzt werden. Der Bund will dazu eine große Offensive starten, welche auch Quereinsteigende berücksichtigt.

Zudem bieten innovative Weiterbildungsunternehmen neue Ansätze und bilden vermehrt Quereinsteigerinnen für die MINT-Branche aus. Ein Beispiel ist Le Wagon, welche in sogenannten „Bootcamps“ Quereinsteiger:innen in nur wenigen Wochen zu IT-Fachkräften ausbildet.

Frauen-Netzwerke, Frauen-Karrieremessen und auch die sozialen Medien bieten Frauen eine Bühne und erhöhen damit die Sichtbarkeit von Role Models. Zudem finden Frauen hier zusätzliche Informationen, Mentorinnen, individuelle Beratungen und Unterstützung bei der Berufsorientierung.

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