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Grüne IT

Der ökologische Fußabdruck neuer Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) nimmt seit Jahren zu. Neue, digitale Technologien und Innovationen können jedoch auch einen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

Der Einfluss von IKT auf den Klimawandel ist enorm. Im Jahr 2020 allein hatten Informations- und Kommunikationstechnologien in Deutschland einen Endenergieverbrauch von rund 215 Petajoule – das ist mehr als der Stromverbrauch der Schweiz im selben Jahr. Dabei haben der Betrieb von Rechenzentren, die Herstellung von Endgeräten sowie der Betrieb von Software 2021 allein in Deutschland 17 Megatonnen CO₂-Äquivalente (CO₂e) verursacht, was etwa der Hälfte der Gesamtemissionen von Irland entspricht.

Richtig eingesetzt können neue, digitale Technologien jedoch einen enormen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Einer Bitkom Studie zu Folge gibt es einige IT-Innovationen, die das Potential haben, eine beachtliche Menge an CO₂e einzusparen.

Industrielle Fertigung: Emissionen einsparen durch Automatisierung in der Produktion

Ein Anwendungsbereich, in dem IKT wesentlich zur Einsparung von Emissionen beitragen können, ist die Automatisierung in der Produktion. Dabei werden digitale Technologien zur Bedienung und Steuerung von Produktionsprozessen eingesetzt. So können über den kompletten Produktionszyklus hinweg manuelle Eingriffe reduziert werden. Maßgeblich für die Automatisierung von Produktionsprozessen sind Technologien wie industrielles Internet of Things (IoT), Big Data & Cloud Computing, Künstliche Intelligenz und Robotik. Orientiert sich Deutschland in diesen Bereichen an führenden Nationen im Bereich Digitalisierung, so könnten im Jahr 2030 18 Megatonnen (MT) an CO₂e-Emissionen eingespart werden.

Smart Grids: intelligente Stromnetze für optimale Auslastung

Smart Grids sind intelligente Stromnetze, die Erzeugung, Speicherung und Verbrauch kombinieren, indem Daten und Elektrizität zwischen Nutzern und Erzeugern in beide Richtungen fließen. Smart Grids überwachen, analysieren und reagieren in Echtzeit auf veränderte Muster, sowohl auf Nutzer- als auch auf Erzeugerseite. Sie basieren auf Technologien wie Internet of Things, Big-Data-Analytik, Demand-Response-Technologien und Energie-Management-Systemen. Geht man in diesem Bereich von einer beschleunigten Digitalisierung aus, so könnten im Jahr 2030 bereits 17 Megatonnen CO₂e eingespart werden.

Smart Homes & vernetzte Gebäude

Smart Homes nutzen digitale Technologien für Überwachung, Analyse und automatisches Management von Geräten und Systemen wie Beleuchtung oder Heizung. Vernetzte Gebäude nutzen digitale Technologien um Gebäudesysteme wie Heizung, Lüftung und Klimatisierung zu überwachen, zu analysieren, zu steuern und/oder zu automatisieren. Dabei stützen sie sich auf Überwachungs-, Erkennungs- und Diagnosetechnologien, Alarmmanagement sowie Energiemanagement-Technologien. Orientieren wir uns in diesen Bereichen ebenfalls an hier führenden Nationen, so könnten 2030 21 MT an CO₂e-Emissionen eingespart werden.

Geringere Verkehrsbelastung durch mobiles Arbeiten

Mobiles Arbeiten ermöglicht durch Cloudbasierte Plattformen, Austausch mittels intelligenter Geräte, Videokonferenzen und virtuelle Meetings eine standortunabhängige Zusammenarbeit. Die flexiblere Zeitplanung, geringere operative Kosten sowie die geringere Verkehrsbelastung wird CO₂e eingespart. In einem US-Unternehmen konnten zwei Jahre nach Einführung eines virtuellen Office-Programmes im Jahr 2012 11Prozent der inländischen Belegschaft (8000 Beschäftigte) 100 Prozent mobil Arbeiten, wodurch 20 Millionen Liter Benzin bzw. 41.000 Tonnen CO₂e gespart wurden. Orientiert sich Deutschland an solchen Vorreitern, liegt das Einsparungspotentzial durch mobiles Arbeiten im Jahr 2030 bei 11 MT CO₂e-Emissionen.

Landwirtschaft: optimierte Bodenbewirtschaftung mithilfe des IoT

Düngemittel-Applikatoren auf Basis von IoT, fortgeschrittene Datenanalyse, Drohnen, künstliche Intelligenz und hyperspektraler Bildgebung erfassen die Bodenbeschaffenheit und ermöglichen damit eine optimierte Düngung und Kalkung. Durch reduzierte Düngemengen kann so die Nitratbelastung von Boden und Grundwasser verringert und 2030 bis zu 4 Megatonnen CO₂e eingespart werden.

IKT und Umweltschutz: Chance oder Risiko?

Auch wenn der ökologische Fußabdruck der Informations- und Kommunikationstechnologien unser Klima aktuell massiv belastet, bieten diese, an den richtigen Stellen eingesetzt und gefördert, eine Vielzahl an Möglichkeiten, um zukünftig nicht nur zum Klima- und Umweltschutz beizutragen, sondern gleichzeitig unser Leben zu erleichtern. Allein die aufgeführten Innovationsfelder haben, vorausgesetzt man orientiert sich an den hier jeweils führenden Ländern, das Potenzial, im Jahr 2030 in Summe 72 Megatonnen an CO₂e-Emissionen einzusparen.